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Ein Gabler-Fachbuch von Gerold Braun
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Das Newsletter-Thema im Januar
Social Media für Marketer und Verkäufer
Ein kurze Einführung
Wie man im Verkaufsgespräch Notizen macht
war das Thema des letzten Newsletters.
Social Media für Marketer und Verkäufer
Können Sie es noch hören "Social Media"? Oder gehören Sie vielleicht sogar zu den Glücklichen, an denen dieser Sturm einfach vorbei rauscht? Nun, wer im Marketing unterwegs ist und für den stetigen Fluss an neuem Geschäft zuständig, sollte doch ein mal genauer hinschauen.
Was genau ist Social Media?
Vorneweg: Wer Social Media hört, sollte immer Marketing dazu denken: Social Media Marketing. Darum geht es nämlich, um eine Form des Marketing.
Die beste Definition von Social Media habe ich in einem Blog-Kommentar (Nr. 25, letzter Satz) gelesen: "In today's connected world, ordinary people will witness the news, and share it with others, leaving the paywalled media without any paying audience."
Ich versuche mich mal an einer Übersetzung: In unserer heutigen, vernetzen Welt, sind ganz normale Leute dabei, wenn Nachrichten entstehen und teilen diese Information mit anderen, während die Bezahlseiten von Medien kein Publikum finden.
Anders ausgedrückt: Früher, bevor es Social Media gab, brauchte es professionelle Medien, wie Zeitungen, Fernsehen, Radio usw., um eine Nachricht unters Volk zu bringen. Heute, im Social Media Zeitalter, verbreitet das "Volk" selbst die Nachrichten. [Über die Social Media Werkzeuge, wie Blogs, Twitter usw. habe ich im Juni 09 Newsletter geschrieben. ]Das hat weitreichende Folgen
Nicht nur finden die Bezahlseiten kein Publikum mehr, auch was eine Nachricht ist, wird nicht mehr von einer Elite bestimmt. Mit Elite meine ich hier zum Beispiel Journalisten, Verleger, Zeitungs- und TV-Investoren, usw.; genau genommen Vermittler, die entscheiden was eine Nachricht ist, wie wertvoll sie ist.
Und weil das Verbreiten einer Nachricht nicht mehr an Geld oder großes Know-how geknüpft ist (es braucht heute weder Druckmaschinen noch Sendelizenzen noch Fernsehstudio noch ..), deshalb kann praktisch jeder seine Botschaft unters Volk bringen. Wer dazu mehr lesen will: Detlev Brechtel leuchtet das Thema in Blogs vs. Lokalzeitung aus.
Ein Unternehmen, das Mist baut, kann sich heute nicht mehr hinter einer guten Pressearbeit verstecken. Wenn erst mal in Blogs auf Facebook und auf Twitter und und und drüber gesprochen wird, dann ist guter Rat teuer. Wie das in die Hosen gehen kann, hat man in letzter Zeit auch bei uns hier in Deutschland öfter kopfschüttelnd mit angesehen, nicht wahr?
Umgekehrt, hat ein Unternehmen eine Community um sich herum aufgebaut, die ihm vertraut (mit anderen Worten: dieses Unternehmen betreibt gekonnt Social Media Marketing), dann kann auch ein negativer Zeitungs- oder TV-Bericht nicht wirklich schaden, wie wir im folgenden Beispiel sehen werden.
Social Media Marketing - zwei Beispiele
Einer, der das Metier beherrscht wie kein Zweiter, ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama. Er hat nicht nur via Internet, via Mobilisation der kleinen Leute oder neudeutsch "via Social Media Marketing" die höchste Wahlkampf-Spendensumme ever aufgetrieben, nein, er macht genau so weiter, um seine Wiederwahl zu sichern.
Wer tiefer einsteigen will, dem empfehle ich den Artikel vom Doyen des Directmail, Denny Hatch: Why Obama Is Unstoppable - Der Artikel trägt den Untertitel: "What businesses can learn from .."
Soviel an dieser Stelle: Obama hat eine Community
von über 3 Millionen Unterstützern aufgebaut, die er
kontinuierlich via e-Mail mit wertvoller Insider-Info versorgt. Diese
Leute sind
nicht auf Experten aus TV und Zeitungen angewiesen, die ihnen
erklären, was der Präsident mit dieser Aktion und
jener Entscheidung wohl gemeint hat. Nein, der Präsident
selbst macht das. Und wenn das kein gutes Marketing ist ..
Ein weiteres Beispiel: Der Filmregisseur und Musiker Jarbas
Agnelli hat ein sehr schönes, kleines Musik-Video produziert,
das ein großer Social-Media-Erfolg ist: Birds on the Wires
(Klicken Sie ruhig mal hin, es lohnt sich). Wie wäre das früher - vor Social Media -
gelaufen? Er hätte sein Video bei einem Wettbewerb einreichen
müssen. Dann hätte eine Elite (die Jury)
darüber befunden, ob die Idee und die Ausführung
preiswürdig sind. Wenn ja (was trotz einer
überragenden Qualität keineswegs sicher ist), dann
wäre er auf die Verbreitung der Meldung und des Videos durch
Presse und Rundfunk (wieder ein Filter) angewiesen gewesen. Und heute, im Social Media Zeitalter? Da hat er sein
Video auf einer passenden Plattform eingestellt und an seine Freunde
und Bekannten einen Link zum Video geschickt. Die waren begeistert und
haben den Link via Twitter, Facebook, Blogs, e-Mails, usw. weiter
gegeben. Jeder kann das Video kostenlos anschauen und selber
(weiter-)sagen, ob man es toll findet oder nicht. Über 2000 Klicks, täglich, sind für
den Filmregisseur und Videoproduzenten Jarbas Agnelli eine
phantastische Werbung. Das ist auch Social Media Marketing. Ich habe diese beiden als Beispiele herausgegriffen, weil sie
gut dokumentiert und einfach nachzuvollziehen sind. Es gibt
natürlich noch mehr Beispiele. So ist zum Beispiel mein
Newsletter hier Social Media Marketing. Mit so einem Themen-Newsletter
bietet man Interessierten einen Ankerpunkt. Es entsteht automatisch
eine kleine, lockere Community. Zur Zeit drängt beispielsweise auch der Provider
1und1 stark ins Social Media Rampenlicht. Ein guter Blog, der wichtige
Themen aufgreift, ein lebendiger
Twitter-Account .. so wird's gemacht. 1und1 ist auf einem
guten Weg, sein Bild in der Öffentlichkeit selber zu
bestimmen: Wir gehören zu den Guten - das ist der Obama-Weg
;-)
Social Media Marketing ist stark im kommen, ist wichtig, aber
nicht der "Heilige Gral" der Werbung. Als Marketer sollte man sich damit
beschäftigen. Mindestens so sehr, dass man die
Aktivitäten anderer Social Media Marketer verfolgt. (Warum sollten Sie sich nicht
Ihren Twitter-Account sichern und zum Beispiel 1und1, Obama und gern auch mir ;-) folgen?) Für uns als Akquisiteure ist Social Media Marketing
auf lange Sicht interessant. Aber - wenn es wirklich darum geht, jetzt das Geschäft
anzukurbeln und Leads oder Umsatz zu generieren, dann
sollte man es doch so machen wie Amazon oder Google. Und wenn einer weiß, was an Werbung
funktioniert, dann ist es wohl Google, oder nicht? Ihr Gerold
Braun
Wir
können Fragen, Kritik,
Anregungen etc. zum Thema dieses Newsletters gerne auch
in meinem Weblog diskutieren. Kennen Sie nicht jemanden,
dem dieser Newsletter von Nutzen sein kann? Schicken Sie doch den Link
zur Abonnement-Site in einer e-Mail an eine Kollegin / Kollegen: http://www.geroldbraun.de/newsletter/nlagenda.html -- Gerold BraunFazit
**
Das war's für diesmal. Bleiben Sie
mit mir in Verbindung.
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